Der 8. Grad & die Watzmann Ostwand

“2016 war für meine Bergsteiger- und Kletter-Karriere ein sehr gutes Jahr.“ Diesen Satz hätte ich vor exakt zwei Wochen nicht verfasst, denn bis dahin hatte ich wenige Erfolge zu verbuchen. Einerseits ließ das Wetter keine ausgiebigen Trainings-Sessions zu, andererseits hatte ich dieses Jahr kaum Urlaub, um ferne Ziele anzureisen und dort zufällige Erfolge abzustauben. Umso mehr freut es mich, innerhalb von 8 Tagen zwei langjährige Ziele grandios abgeschlossen zu haben.

Die Watzmann-Ostwand während des Sonnenaufgangs.

Die Watzmann-Ostwand während des Sonnenaufgangs.

Der fulminante Auftakt dieses Traum-Herbstes begann am 25.09.2016 mit der persönlichen Erstbesteigung der Watzmann-Ostwand über den Berchtesgadener Weg (Schlüsselstelle in der Schwierigkeit 3+). Der Durchstieg dieser Wand war für mich ein konkretes Ziel seit Mitte 2011. 3+ ist allerdings keine Kletter-Schwierigkeit vor der ich übergroßen Respekt hätte, jedoch schwingt bei der Watzmann-Ostwand immer auch der Mythos mit: Mehr Todesopfer als die Eiger-Nordwand, andauernde Steinschlaggefahr, Wegfindung aus der Hölle… Immer wieder wenn ich von meinen Plänen erzählte die Watzmann-Ostwand anzugehen, musste ich mir von meinen Kletterfreunden erzählen lassen, dass bereits talentiertere und erfahrenere Bergsteiger diese Wand unterschätzt haben. Alle rieten mir davon ab die Wand ohne ortskundigen Bergführer zu gehen. Selbst beim DAV Berchtesgaden bekam ich trotz einer Aufzählung meiner bisherigen Begehungen die Antwort: „Wir raten von der Begehung ohne ortskundigen Bergführer ab.“.  Aber hier war es mein Stolz und meine Sturheit, die sich nicht damit abfinden wollten diese Wand nicht selbst „erobern“ zu dürfen. Also begann ich mit den Vorbereitungen…
Von Ortskundigen holte ich mir Tipps: Ich solle zuerst den Hochkalter gehen, um meine Kondition einschätzen zu können. Dann sollte ich mir die Wiederroute (Watzmann) ansehen, um das brüchige, schottrige Gelände und die Wegfindungs-Schwierigkeiten kennenzulernen.
Ich recherchierte viel im Internet und besorgte mir das Büchlein „Watzmann Ostwand Gebietsführer“ von Franz Rasp. Der Blog Auf-die-Berge wurde bis ins kleinste Detail mehrfach studiert. Youtube-Videos immer wieder abgespielt…
Den Hochkalter bestiegen wir in zwei Jahren gleich zwei Mal (2014 & 2015).

Moni und Anna auf dem Weg zum schönen Fleck am Hochkalter.

Moni und Anna auf dem Weg zum schönen Fleck am Hochkalter.

Anfang Juni 2016 fuhr ich mit dem Boot nach St. Bartholomä und stieg bei Regen die ersten zweihundert Höhenmeter der Watzmann-Ostwand auf, drehte jedoch im plattigen Gelände um, da der Regen den Fels derart glitschig machte, dass ein Weitergehen lebensmüde gewesen wäre. Dieser Frühjahrs-Aufstieg zeigte mir, was einem blüht, wenn es zu einem Wetterumschwung in dieser Wand kommt… Jeder Schritt stellt eine große Gefahr dar, rutscht man aus ist man dahin, so einfach ist das.

Ich, beim Auschecken der Watzmann-Ostwand bei Regen.

Ich, beim Auschecken der Watzmann-Ostwand bei Regen.

Im darauffolgenden Sommer schmissen wir uns in die Teufelshorn-Überschreitung im steinernen Meer (Kletterstellen im 2. Grad), kletterten am Hohen Göll den Jubiläumsweg (Schwierigkeit 6-) mit Seil und gingen die Wiederroute (Schwierigkeit 3).

Aussicht vom großen Teufelshorn

Aussicht vom großen Teufelshorn.

Blick vom Stand oberhalb der Schlüsselstelle des Jubiläumswegs am Hohen Göll (6-, eher 6/6+).

Blick vom Stand oberhalb der Schlüsselstelle des Jubiläumswegs am Hohen Göll (6-, eher 6/6+).

Anna im letzten Drittel der Wiederroute am Watzmann.

Anna im letzten Drittel der Wiederroute am Watzmann.

Wenn ich bewerten soll, welche Tour mich auf die Ostwand am besten vorbereitet hat, dann würde ich den Göll Jubiläumsweg nennen. In dieser Tour begann es im oberen Drittel zu regnen, unser Seil wurde komplett durchnässt, der Fels war extrem schmierig und die Hakenabstände lagen in den 3er Stellen mehr als 10 Meter auseinander. Diese Kombination erzeugte in mir ungeheuren psychischen Druck und Angst. Ich war nach dem Abseilen der 13 Seillängen fix und fertig, aber gerade diese Erfahrung hat mir aufgezeigt, dass ich selbst in beängstigenden Situationen die richtigen Entscheidungen treffen kann.
Am 24.09. fuhren meine Freundin Anna und ich nach St. Bartholomä, checkten im Watzmann-Ostwand-Lager ein und kamen mit anderen Ostwand-Aspiranten ins Gespräch. Jedem von ihnen ging es wie uns: Niemand hatte ernsthaft Bedenken an den Schwierigkeiten der Wand zu scheitern, aber alle hatten unglaublichen Respekt vor der Wand und ihren Opfern. Und genau diese Grundstimmung ließ es für mich zu einer schlaflosen Nacht werden. Als ich um 2:00 noch wach im Bett lag, war ich schon kurz davor abzubrechen, weil ich mir nicht vorstellen konnte, wie ich mit 3 Stunden Schlaf diese Bergfahrt überstehen sollte. Ob ich bis 5:00 noch geschlafen habe, kann ich nicht bezeugen, denn ich zwang mich nicht mehr auf die Uhr zu schauen. Um 5:00 gingen zumindest die meisten Seilschaften los und wir wurden dadurch von Weiterschlafen / Einschlafen abgehalten. Anna und ich frühstückten also erstmal, putzten unsere Zähne und machten uns gemütlich um 6:00 auf den Weg.
Die Sonne ging gerade auf, als wir auf der Höhe der Eiskapelle in die Wand einstiegen. Schon bei der ersten unübersichtlichen Stelle, bei der man einen gravierenden Wegfindungs-Fehler machen kann sahen wir eine Frau weit vor uns, abseits der Route, komplett aufgelöst vor einer Felswand kauern. Ich rief ihr zu, dass sie sich verstiegen hätte und unbedingt umdrehen solle, um uns dann auf dem korrekten Weg zu folgen. Sie schrie zurück: „Unglaublich, ich habe mich auf so ein Bergführer-Arschloch eingelassen, scheiss Männer! Ich muss jetzt dann mal in Therapie weil ich immer an so Männer gerate! Ich komme jetzt hier zu euch rüber okay?!“
Ich machte ihr klar, dass sie nicht über klitschnasse, 45°-steile Platten zu uns queren kann, sie solle doch zurück in den Kamin und dann dort zu uns aussteigen… Ihr war das egal, es kam nur ein weiterer Hass-Schwall, wie scheisse ihr Bergführer-Arschloch gewesen sei, dass er sogar mit ihrem Seil abgehauen wäre.
Da wurde es mir zu bunt und ich rief zurück, dass wir langsam weitergehen werden, und nicht unterstützen, dass sie hier den Weg abkürzen möchte, weil der Weg über die Platten nicht sicher sei und wir nicht Zeuge eines Dramas werden wollen.
Daraufhin gab es auch nur ein „Dass man auf mich wartet habe ich heute schon einmal gehört!!!“.
Darauf antwortete ich nichts mehr. Das war mir zu viel Hysterie, gepaart mit zu vielen, irrationalen Hasstiraden. Derartiges kann ich nicht gebrauchen, gerade wenn ich weiss, dass eine Wand vor mir liegt, die mir selbst Einiges abverlangen wird und ein derartiges Kontingent an negativen Emotionen hochgradig gefährlich für die eigene Moral ist. Also gingen wir weiter, und machten immer wieder Pausen, um der Dame dennoch eine Chance zu geben nachzukommen. Sie kam allerdings nicht nach ich hoffte, dass sie umgedreht war und klopfte mir selbst auf die Schulter kein „Bergführer-Arschloch“ gezahlt zu haben, das mich dann an irgendeiner Wand im Nirgendwo stehen lässt.
Kurz nach dieser Episode erreichten wir das Schuttkar und konnten von dort aus den Stau der Seilschaften an der Wasserfallwand beobachten. 8 Leute standen dort, angeseilt oder gerade dabei sich anzuseilen. Wir entschieden uns zu einer längeren Pause am Anfang des Schuttkars, um uns nicht in Steinschlaggefahr zu bringen und den Seilschaften Gelegenheit zu geben zu verschwinden.

Anna und ich machen Pause vor dem Schuttkar.

Anna und ich machen Pause vor dem Schuttkar.

Danach ging es über den ersten Sporn und den zweiten Sporn. Am Einstieg der Platte an der Wasserfallwand war nur noch eine Seilschaft vor uns. Wir selbst hatten kein Seil dabei und warteten (mehr oder weniger 😛 ) geduldig darauf endlich einsteigen zu können. Die Schlüsselstelle der Platte hatten wir schon während der Wartezeit begutachten können und sahen keine Schwierigkeit, die uns in Bedrängnis bringen würde. Was uns jedoch stutzig machte, war die „Steinschlaggefahr“ an dieser Stelle. Es war nämlich gar keine Gefahr, es war eher ein stetiger „Steinregen“. Dadurch, dass wir die letzte Seilschaft in der Wand waren und alle Seilschaften bereits in der Rampe über uns waren, hagelte es im Sekundentakt bis zu faustgroße Steine die Platte hinunter, die von unseren umsichtigen Mit-Aspiranten losgetreten wurden. Da die Größe der Steine jedoch eher kleiner ausfiel und wir weiterhin sehr motiviert waren, stiegen wir in die Platte ein. Ich zuerst, vorbei an der Schlüsselstelle zum ersten Stand. Dort machte ich Pause und wartete auf Annas Nachstieg. Immer wieder surrten die Steine links und rechts an uns vorbei. Wir blickten nicht auf, um dem Helm eine Chance zu geben seine Arbeit zu tun. Der Rest der Platte war dann eher eine Kletterei im zweiten Grad, und sehr schnell zuende, da wir keine Zeit in dieser unangenehmen Stelle vergeuden wollten.
Der Rest der Tour war locker-flockig: Rampe hoch, Biwak-Schachtel, Ausstiegskamine, fertig. Es kann sein, dass wir uns in der Gipfelschlucht verstiegen haben, aber durch unsere Kletterfähigkeiten waren die Schwierigkeiten in der Variante auch kein Problem (vielleicht 4-).

Anna und ich in einer Höhle vor der Gipfelschlucht.

Anna und ich in einer Höhle vor der Gipfelschlucht.

Am Gipfel machten uns dann die Weg-Schilder etwas stutzig: 6 Stunden bis zum Watzmannhaus. Damit hatten wir nicht gerechnet… Wir kannten den Watzmanngrat ja bereits von der Mittelspitze aus, als wir die Wiederroute abgestiegen sind. Der Grat von der Südspitze aus ist jedoch um einiges länger und ausgesetzter. Hier mussten wir schon die Zähne zusammenbeissen, denn nach 7:40 Stunden Dauerkletterei waren wir schon etwas durch den Wind, hatten kaum noch Wasservorräte (Wasserquellen sind so spät im Jahr alle ausgetrocknet!!) und die Motivation für eine abschließende Watzmann-Überschreitung war eher gering bis nicht vorhanden. Wir haben dann eben Schneereste aus schattigen Vorsprüngen gegessen und uns durchgequält. Im Watzmannhaus gab es drei Spezis, die enorme Kräfte entfesselten. Kurz darauf waren wir deswegen an der Kuhrointalm und betrachteten in der Kapelle andächtig die Tafeln mit den Namen der Todesopfern der Watzmann-Ostwand (alleine 7 Namen im Jahr 2015), während die Sonne unterging und für das passende Licht und die passende bedrückende Stimmung sorgte. Weiter ging es dann Richtung Königssee zu unserem Auto.
Das Durchsteigen dieser Wand war für mich ein persönlicher Meilenstein und die Erfüllung eines Wunsches, der viel Vorbereitungszeit gebraucht hat. Ich will nicht sagen, dass die Wand ein Klacks ist, denn gerade die Variante über den Watzmanngrat ist eine unglaubliche Ochsentour und nicht notwendig, da man auch über das Wimbachgries absteigen. Aber zu keinem Zeitpunkt habe ich mich in dieser Tour überfordert gefühlt. Im Vergleich zu der verregneten Klettertour am Hohen Göll, war ich hingegen sogar fit und gut gelaunt. Ich sehe die Watzmann-Ostwand daher als Wegbereiter zu weiteren spannenden, langen Touren durch die Wände dieser Welt.

Jedoch sollte die Watzmann-Ostwand nicht mein einziger Meilenstein für dieses Jahr werden… Eine Woche später waren wir zum Sportklettern in Kellau bei Golling in Österreich. Hier gibt es ein nahezu unbekanntes Klettergebiet, das selbst bei tagelangem Regen staubtrocken bleibt. Hier gibt es Routen vom 5ten bis zum 9ten Grad und eben auch eine Route im 8. Grad mit dem Namen „Angry Birds“. Ich habe hier schon mehrere Durchstiegsversuche hinter mir, bin allerdings derart oft gescheitert, dass ich wenig Hoffnung hatte, hier endlich meine erste Route im 8. Grad abzuhaken. Aber es passte an diesem Tag einfach alles und ich konnte sie tatsächlich durchgesteigen. Somit kann jetzt der Winter kommen, denn neue Projekte muss ich mir erst suchen und der Druck bergsteigerische Ziele zu erreichen ist einer angenehmen Zufriedenheit gewichen.

GPS und sonstige Daten, die durch meine Uhr und meinen Brustgurt aufgezeichnet wurden, kann man hier auf Movescount begutachten. Leider hat der Akku nur bis zur Mittelspitze gereicht, der Abstieg von dort wurde leider nicht erfasst.

Der lange Weg zum 8. Grad…

Klettern an sich strahlt ja schon eine gewisse Faszination aus… Als jemand, der den Sport nicht kennt und nie betrieben hat, scheint alleine die Höhe, und das blinde Vertrauen der Kletterer in ihre Ausrüstung, derart starke Emotionen zu wecken, dass der Sport entweder als „Wahnsinn“ oder „Zauberei“ abgestempelt wird.

Fängt man mit dem Sport an, wird einem schnell klar, dass die „Zauberei“ erst ab einem bestimmten Schwierigkeitsgrad anfängt und das „Extreme“ in der heutigen Zeit auch nur in bestimmten Situationen auftritt. Diese Situationen können eine Schlüsselstelle in einer sehr hohen Felswand sein, ein weiter Hakenabstand in einer Route oder schlechte Fels-/Wetterverhältnisse. Das sind Situationen, auf die man in den ersten Jahren des Kletterns, eher selten, bis gar nicht, trifft.

Allgemein kann man sagen, dass jeder gesunde Mensch auf Anhieb den 4. Schwierigkeitsgrad (UIAA-Skala: https://de.wikipedia.org/wiki/Schwierigkeitsskala_(Klettern) ) in der Halle solide klettern kann. Den 5. Grad schaffen viele Anfänger auch noch, die erste Hürde stellt der 6. Grad da. Ist man im 6. Grad unterwegs erscheint einem der 7. Grad als utopisch und der 8. Grad als unerreichbar.

Bergsteigen 2006. Ich und mein Vater (v.l.)

Bergsteigen 2006. Ich und mein Vater (v.l.)

Ich bergsteige seit mehr als 15 Jahren und bin 2011 zum Kletterer mutiert. Eine zweijährige Kletter-Pause musste ich von 2011-2013 einlegen, da ich sehr naiv war und dachte man könne mit neuen Ansätzen in der Politik etwas bewegen. Ich wurde in dieser Zeit für die Piratenpartei aktiv. Das Ergebnis war, dass ich für dieses ehrenamtliche Engagement alles opferte (Job, Sport, Freunde und.), nur um die Erkenntnis zu erlangen, dass es durchaus seine Berechtigung und Richtigkeit hat, in einem Babyboomer-Land als junger Mensch abgrundtief politikverdrossen zu sein. Rückblickend zähle ich mein politisches Engagement zu den größten Fehlern in meinem Leben (es gab Größere 😉 ), auch wenn ich durchaus auch positive Lehren aus dieser Zeit ziehen kann. Aber es überwiegt bis heute der Frust, denn niemand gibt mir die verlorenen Jahre zurück, in denen ich jede Zeit und jedes ersparte Geld dafür opferte, um auf diversen Partei-Events zu sein, Demos organisierte, Plakate klebte, Flyer verteilte und viele andere Dinge tat. Die verlorene Zeit und das verlorene Geld ist hier jedoch nicht das Schlimmste. Das Schlimmste ist die Reaktion der Bevölkerung, vor allem die Reaktion meiner Generation. Während wir Piraten uns den Arsch aufrissen, den NSA Skandal aufzuarbeiten, blieb meine Generation auf dem Sofa sitzen, ging auf Parties, blieb den Demos fern und kommentierte unseren (und damit eben auch meinen) Aufwand und unser Scheitern mit den Worten: „Ja, die Piraten, die haben ja nichts gemacht…“. Aber ich weiss was ich gemacht habe. Ich habe 300 GB Video und Fotomaterial aus dieser Zeit, und dieses Material wird mich immer daran erinnern keinen Finger mehr für diese Gesellschaft zu krümmen.

Pure Zeitverschwendung...

Pure Zeitverschwendung… Das Engagement für die Piratenpartei.

Als ich 2011 mit dem Klettern anfing ging ich 1x in die Kletterhalle, um Trockenübungen zu machen und den DAV Vorstiegsschein zu absolvieren, danach ging es sofort an den Fels nach Karlstein bei Bad Reichenhall, denn ich war Bergsteiger und Plastikgriffe waren für mich von Anfang an maximal zum Kraft aufbauen da. Jeder Kletterer wird mir zustimmen, wenn ich behaupte: „Vergleicht man die Schwierigkeitsgrade zwischen Halle und Fels, darf man bei der Fels-Schwierigkeit einen Schwierigkeitsgrad hinzuzählen.“ Das erklärt, dass ich in den ersten zwei Jahren nur bis zu einer 6+ trainieren konnte, was letztendlich aber einer Indoor 7/7+ entspricht. Meine Ausgangsposition war auch eher ein Nachteil… Als großer Mensch (198 cm) war ich bisher nur in vorteilhaften Sportarten unterwegs (Basketball, Fahrradfahren, Snowboarden und E-Sports 😛 ). Meine Arme waren also eher weniger trainiert und kamen mit den neuen Anforderungen überhaupt nicht klar. Gerade als großer Mensch bringt man sehr viele Kilos auf die Waage (100 Kg). Deswegen war hier sehr viel Aufbauarbeit der oberen Muskelpartien, mit ständigen Überlastungsschmerzen an den Sehnen/Muskelübergängen, notwendig. Auch heute noch liegt mein Haupt-Augenmerk beim Training auf dem Aufbau der Arm- und Rumpf-Muskulatur.

Nach meinem Politikexkurs 2013 fing ich wieder mit dem Klettern an und musste fast von vorne anfangen. Erst Ende 2014 schaffte ich es meine erste 7er Route draussen zu klettern (Route „Super Skunk“ bei Pass Lueg). Im Sommer 2015 kletterte ich dann meine erste 6c (7+/8-) im Endstal bei Berchtesgaden, der Name der Route ist mir bis heute nicht bekannt. In diesem Sommer musste jedoch einen weiteren Rückschlag verkraften, denn ich verletzte mich beim Bouldern an Plastikgriffen (…) und zog mir dabei den Fingernagel des linken Zeigefingers.

Im Krankenhaus mit frisch gezogenem Fingernagel...

Im Krankenhaus mit frisch gezogenem Fingernagel…

Das war nicht nur sehr schmerzhaft, sondern auch der Heilungsprozess war extrem langwierig. Vor allem, weil ich nicht eingesehen habe mich zu schonen. Und, wie jeder weiss, geht der Wachstumsprozess eines Fingernagels eher langsam vonstatten. Ich konnte also nur weit unterhalb meines Limits klettern und musste mich damit abfinden nicht härter als 7 klettern zu können.

Zwei Tage nach dem Krankenhaus...

Zwei Tage nach dem Krankenhaus…

Nun stehe ich vor der Sommer-Saison 2016 und habe den Winter über sehr viel trainiert (Bouldern 2-3x die Woche, Krafttraining 2x die Woche, 5x 1 Stunde Fahrradfahren und am Wochenende Sportkletterrouten draussen wie drinnen). Ich hoffe daher, dass dieses Jahr die erste Route im 8. Grad fällt. Für mich persönlich ist der 8. Grad im Moment die harte Grenze zwischen Klettern und Zaubern. Den 8. Grad schafft man, meiner Einschätzung nach, nur durch konsequentes Training, denn gerade Outdoor-8er sind gnadenlos. Aussichtsreiche Projekte für den Durchstieg habe ich jedoch schon ausgespäht: Die „Lamettaeffekt 7a+ (8+ soft)“ und die „Nix ois Verdruß 7a+ (8+ hard)“, Beide im Klettergebiet bei Schneizlreuth zu finden. Die „Lamettaeffekt“ konnte ich im Vorstieg schon einhängen, die „Nix ois Verdruß“ ist allerdings nur im Nachstieg erkundbar gewesen.

Der Markus in der "Nix ois Verdruß" 7a+

Der Markus in der „Nix ois Verdruß“ 7a+

 

Saisonstart

Es ist schon witzig von einem „Saisonstart“ zu sprechen in diesem milden Winter. Erst am 31.12.2015 waren Anna und ich in Osp (Slowenien) draussen am Fels im T-Shirt klettern.

Anna und ich am 31.12.2015 in Osp (SL)

Anna und ich am 31.12.2015 in Osp (SL)

Aber eine Saison muss natürlich dort beginnen, wo man zuhause ist. Und somit begann die diesjährige Klettersaison im heimischen Berchtesgaden, bei angenehmen 8° Celisus, am 06.02.2016. der Fels schön griffig, der Stand noch ein wenig schneebedeckt, aber die Stimmung super. Die Erfolge zwar mau, aber darauf kommt es beim Plaisirklettern ja nicht an.

Hier holen wir gerade die Moni aus der Oberau ab. Im Hintergrund der Watzmann.

Hier holen wir gerade die Moni aus der Oberau ab. Im Hintergrund der Watzmann.

Da hängt Anna in unserer Lieblings-6a an der pumpigen Schlüsselstelle.

Da hängt Anna (gelbe Hose) in unserer Lieblings-6a an der pumpigen Schlüsselstelle.

So sieht das typische Kletterer-Mittagessen im Winter aus: Müsliriegel, Banane, Red Bull, Früchtetee und lecker Schneereste.

So sieht das typische Kletterer-Mittagessen im Winter aus: Müsliriegel, Banane, Red Bull, Früchtetee und lecker Schneereste.

Die Anna, wie sie den Manni in einer 6a+ sichert.

Die Anna, wie sie die Moni in einer 6a+ sichert.

Selfie am Einstieg. Anna, Manni und ich (v.l.).

Selfie am Einstieg. Anna, Manni und ich (v.l.).

Der große Barmstein bietet Genusskletterrouten im Bereich 6a-7a. Ein paar Multi-Pitches sind dabei, bis zu 3 Seillängen. Topo gibt es keine. Abschreckend mag für viele Hallenkletterer der enorme Hakenabstand sein. Der erste Haken ist bei 90% der Routen ab einer Höhe von 5 Metern zu finden.
Abends ging es dann traditionell ins Cafe Sonneck. Hier gab es Wildgulasch und diverse Schnitzel. Riesige Portionen, günstige Preise und handwerklich typisch bayerisch-deftige Küche… Genau das Richtige nach so einem Tag 🙂

Abendliches Einkehren im Cafe Sonneck beim Willi :)

Abendliches Einkehren im Cafe Sonneck beim Willi 🙂

Nachruf zur Kommunalwahl der Piratenpartei KV München

Wir haben in München das schlechteste Kommunalwahlergebnis in Bayern kassiert. Da ich schon wieder positive Umdeutungen für das schlechte Ergebnis mitbekomme, möchte ich kurz meine Analyse zur Wahl abgeben.

Ursprünglich war die Analyse länger, ich habe sie gekürzt, weil zu harte Kritik bei all den Rücktritten und Entwicklungen keinen Sinn macht. Ich bitte aber dennoch meine Kritikpunkte ernstzunehmen, auch wenn ich nicht konkret ausführe wer oder was an dem schlechten Ergebnis die Schuld trägt, denn das Ergebnis ist katastrophal. Gerade München müsste als High-Tech Standort und Universitätsstadt mehr abwerfen.

Hier sehe ich die Gründe für 1%:

  • Zu viel Programm. Das hat die Wähler überfordert. Man hätte 1-2 Botschaften aus dem Programm herausarbeiten müssen und nur diese 1-2 Botschaften in Aktionen und Pressearbeit verarbeiten sollen.
  • Aktionen / Veranstaltungen. Zu wenige Aktionen / Veranstaltungen. Zu wenig Bezug zu Kernthemen. Wann ging es in den Aktionen zum Beispiel um Bürgerbeteiligung? Nie. Zu wenig Organisation durch die Kandidaten.
  • Pressearbeit. Technisch okay. Inhaltlich mangelhaft. Keine strukturierte, gemeinsame Linie erkennbar. Zu viele verschiedene Themen.
  • Plakate / Flyer. Zu viele Plakate machen zu viel Arbeit. Keine durchgängige Botschaft. Kunterbuntes, verwirrendes Themen-Durcheinander. Arbeitszeit hätte man in Organisation / Strategie stecken können.
  • Vernetzung. Keine Vernetzung mit nahestehenden Verbänden, Vereinen oder Initiativen. Keine Aktion mit CCC, Mehr Demokratie e.V., Münchener Start-Up Szene, sonstige.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Besser machen. Wir haben lange Zeit dafür daraus zu lernen.

(Die lange Version wird gerne via Email versandt.)

Demo gegen Überwachung am 31.08. in München

Für besseren Schutz der Privatsphäre und gegen Überwachungstechniken wie PRISM und Tempora, Bestandsdatenauskunft und Vorratsdatenspeicherung (aka Mindestspeicherfristen) gehen wir anlässlich des “internationaler Tag der Privatsphäre” auf die Straße!

Wann? Samstag, den 31.08.2013 13:00
Wo? Karlsplatz / Stachus, München.

Route: geplant: Stachus -> Sonnenstr. -> Blumenstr. -> Frauenstraße -> Zwischenkundgebung (noch in Klärung, wahrscheinlich) Isartorplatz -> Thomas-Wimmer-Ring -> Karl-Scharnagl-Ring -> Von der Tann-Str. -> Abschlußkundgebung vor dem US-Konsulat ab ca. 15:45

Wer? Chaos Computer Club, Humanistische Union, Mehr Demokratie e.V, ÖDP, Piratenpartei, Bündnis 90 / Die Grünen, Anonymous (weitere angefragt)

Facebook: http://pir.at/idp13

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